Mannheim kann nicht mithalten
Mannheim konnte im Dynamik-Ranking nicht überall mithalten.
© Markus Prosswitz / masterpress
Mannheim.
Im neuesten Wohlstandsvergleich des
Instituts der deutschen Wirtschaft schneidet unter den Kreisen und
Städten der Region die Stadt Ludwigshafen am besten ab. Es folgen
Heidelberg und - schon mit Abstand - der Rhein-Neckar-Kreis und dann die
Stadt Mannheim. Fast am Ende der Rangliste rangieren der
Neckar-Odenwald-Kreis und der Landkreis Bergstraße.
Die Wissenschaftler haben
untersucht, wie sich die 402 Landkreise und Städte in Deutschland seit
2007 ökonomisch weiterentwickelt haben und ein sogenanntes
Dynamikranking erstellt. Gemessen wurde die Entwicklung von
Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur und Lebensqualität mit insgesamt 15
Indikatoren.
Der Landkreis Bergstraße und der Rhein-Neckar-Kreis wollen nächste Woche die Platzierung im Ranking kommentieren. Achim Brötel, Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, ließ gestern mitteilen, dass er sich zu derlei Rankings grundsätzlich nicht äußern möchte.
Ganz anders die Stadt
Mannheim: "Solche Ratings geben wertvolle Hinweise, wir arbeiten an
Maßnahmen zur Verbesserung, um Herausforderungen zu begegnen", sagte
eine Sprecherin der Stadt. Allerdings gelte es auch, die Indikatoren auf
ihre Aussagekraft hin genau zu prüfen.
Mannheim: Mannheim landet in der Dynamikrangliste auf Platz 357 von 402 Städten und Kreisen. Die Gründe: In der Entwicklung der Wirtschaftsstruktur (Platz 383) kann die Stadt im bundesweiten Vergleich nicht mithalten. Vor allem beim Gewerbesaldo (Firmenan- und abmeldungen), der Steuerkraft der Gemeinde sowie den Patentanmeldungen ist Mannheim zurückgefallen. Immerhin wird bei der Gründungsintensität Schritt gehalten, die Akademikerquote ist stark gestiegen, die Zahl der Straftaten deutlich gesunken. In Sachen Lebensqualität sieht es mit Rang 342 vor allem wegen der Wohnungssituation nicht allzu gut aus. In der Rubrik Arbeitsmarkt landet die Stadt im Mittelfeld (Platz 238).
Ludwigshafen: Die Chemiestadt schneidet im regionalen Dynamik-Vergleich mit Platz 18 am besten ab. Sowohl Lebensqualität (mehr Wohnungen, weniger Straftaten) als auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt (weniger Schulabgänger ohne Abitur, gestiegene Akademikerquote), haben sich enorm verbessert seit 2007, auch die Wirtschaftsstruktur hat sich dynamisch entwickelt. Die Vermutung, Ludwigshafen komme ein niedriger Basiswert zugute, so dass kleine Fortschritte prozentual eine hohe Dynamik bewirken, stimmt anscheinend nicht. Strukturdaten zeigen, dass die hoch verschuldete Stadt auch bundesweit mittlerweile auf einem Mittelfeldplatz (etwas besser als Mannheim) steht.
Heidelberg: Die Stadt hat bei der Wirtschaftsstruktur enorme Fortschritte gemacht, dagegen ging es mit der Lebensqualität erwartungsgemäß nicht weiter voran, in der Kategorie Arbeitsmarkt landet Heidelberg im Mittelfeld - macht zusammen Platz 140 im Gesamtranking. Deutlich mehr Unternehmensgründungen und Patentanmeldungen stehen auf der Habenseite. Schlechter ist es um die Arbeitsplatzversorgung bestellt.
Rhein-Neckar-Kreis: Hier hat sich im untersuchten Zeitraum wenig getan, Platz 333 ist nicht gerade etwas zum Vorzeigen. Mit der Lebensqualität (Rang 363) ging es nicht mehr weiter voran. Mit den Arbeitsmarktindikatoren (Rang 293) auch kaum. Wohlwollend betrachtet könnte man die Entwicklung der Wirtschaftsstruktur (Rand 283) noch als Mittelfeldplatz bezeichnen. Die Arbeitsplatzversorgung ist nur ein kleines bisschen besser geworden aber es wurden weniger Patente angemeldet. Darüber hinaus hat sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschlechtert.
Neckar-Odenwald-Kreis: Auch hier ging es vergleichsweise kaum voran. Platz 386 ist kein Ruhmesblatt, fast alle anderen untersuchten Regionen haben sich dynamischer entwickelt, sogar viele in Ostdeutschland. Der benachbarte Main-Tauber-Kreis etwa liegt auf einem vergleichsweise sehr guten 123. Platz. Im Neckar-Odenwald-Kreis werden in den Kategorien Lebensqualität und Arbeitsmarkt hintere Plätze erreicht. Die Versorgung mit Arbeitsplätzen konnte mit der bundesweiten Entwicklung ebenso wenig mithalten wie die Kategorie Schulabgänger ohne Abitur und Akademikerquote. Immerhin gab es Fortschritte bei der Wirtschaftsstruktur mit dem Mittelfeldplatz 218.
Landkreis Bergstraße: Auch hier ist kaum Dynamik in der wirtschaftlichen Entwicklung zu erkennen. Platz 394 ist nur acht Plätze von der roten Laterne entfernt. Dazu beigetragen haben vor allem die schlechten Dynamikwerte bei den Kategorien Arbeitsmarkt und Wirtschaftsstruktur. Schlechtester Einzelwert war die Arbeitsplatzversorgung. Es gibt zu wenige sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für die Zahl der Erwerbsfähigen. Da hat auch der vergleichsweise gute 119. Rang in der Kategorie Lebensqualität wenig retten können.
© Mannheimer Morgen,
Samstag, 05.04.2014
Der Landkreis Bergstraße und der Rhein-Neckar-Kreis wollen nächste Woche die Platzierung im Ranking kommentieren. Achim Brötel, Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, ließ gestern mitteilen, dass er sich zu derlei Rankings grundsätzlich nicht äußern möchte.
Wohlstand messen
Die Wissenschaftler haben die Entwicklung
auf dem Arbeitsmarkt, der Wirtschaftsstruktur und der Lebensqualität
anhand von verschiedenen Indikatoren gemessen.
Wirtschaftsstruktur: Gewerbesaldo, das ist der Saldo aus Firmenan- und -abmeldungen, Steuerkraft der Gemeinden, Gewerbesteuersätze, Patentanmeldungen, Unternehmensgründungen.
Lebensqualität: Wohnungsmarkt, Lebenserwartung, Gästeübernachtungen, Ärzte, Straftaten je 100 000 Einwohner, Quote privater Schuldner
Arbeitsmarkt: Arbeitsplatzversorgung, das heißt Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten je 100 Erwerbsfähige im Alter von 15 bis 65 Jahr, Entwicklung der Zahl der Schulabgänger ohne Abitur, Akademikerquote.
Wirtschaftsstruktur: Gewerbesaldo, das ist der Saldo aus Firmenan- und -abmeldungen, Steuerkraft der Gemeinden, Gewerbesteuersätze, Patentanmeldungen, Unternehmensgründungen.
Lebensqualität: Wohnungsmarkt, Lebenserwartung, Gästeübernachtungen, Ärzte, Straftaten je 100 000 Einwohner, Quote privater Schuldner
Arbeitsmarkt: Arbeitsplatzversorgung, das heißt Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten je 100 Erwerbsfähige im Alter von 15 bis 65 Jahr, Entwicklung der Zahl der Schulabgänger ohne Abitur, Akademikerquote.
Mannheim: Mannheim landet in der Dynamikrangliste auf Platz 357 von 402 Städten und Kreisen. Die Gründe: In der Entwicklung der Wirtschaftsstruktur (Platz 383) kann die Stadt im bundesweiten Vergleich nicht mithalten. Vor allem beim Gewerbesaldo (Firmenan- und abmeldungen), der Steuerkraft der Gemeinde sowie den Patentanmeldungen ist Mannheim zurückgefallen. Immerhin wird bei der Gründungsintensität Schritt gehalten, die Akademikerquote ist stark gestiegen, die Zahl der Straftaten deutlich gesunken. In Sachen Lebensqualität sieht es mit Rang 342 vor allem wegen der Wohnungssituation nicht allzu gut aus. In der Rubrik Arbeitsmarkt landet die Stadt im Mittelfeld (Platz 238).
Ludwigshafen: Die Chemiestadt schneidet im regionalen Dynamik-Vergleich mit Platz 18 am besten ab. Sowohl Lebensqualität (mehr Wohnungen, weniger Straftaten) als auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt (weniger Schulabgänger ohne Abitur, gestiegene Akademikerquote), haben sich enorm verbessert seit 2007, auch die Wirtschaftsstruktur hat sich dynamisch entwickelt. Die Vermutung, Ludwigshafen komme ein niedriger Basiswert zugute, so dass kleine Fortschritte prozentual eine hohe Dynamik bewirken, stimmt anscheinend nicht. Strukturdaten zeigen, dass die hoch verschuldete Stadt auch bundesweit mittlerweile auf einem Mittelfeldplatz (etwas besser als Mannheim) steht.
Heidelberg: Die Stadt hat bei der Wirtschaftsstruktur enorme Fortschritte gemacht, dagegen ging es mit der Lebensqualität erwartungsgemäß nicht weiter voran, in der Kategorie Arbeitsmarkt landet Heidelberg im Mittelfeld - macht zusammen Platz 140 im Gesamtranking. Deutlich mehr Unternehmensgründungen und Patentanmeldungen stehen auf der Habenseite. Schlechter ist es um die Arbeitsplatzversorgung bestellt.
Rhein-Neckar-Kreis: Hier hat sich im untersuchten Zeitraum wenig getan, Platz 333 ist nicht gerade etwas zum Vorzeigen. Mit der Lebensqualität (Rang 363) ging es nicht mehr weiter voran. Mit den Arbeitsmarktindikatoren (Rang 293) auch kaum. Wohlwollend betrachtet könnte man die Entwicklung der Wirtschaftsstruktur (Rand 283) noch als Mittelfeldplatz bezeichnen. Die Arbeitsplatzversorgung ist nur ein kleines bisschen besser geworden aber es wurden weniger Patente angemeldet. Darüber hinaus hat sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschlechtert.
Neckar-Odenwald-Kreis: Auch hier ging es vergleichsweise kaum voran. Platz 386 ist kein Ruhmesblatt, fast alle anderen untersuchten Regionen haben sich dynamischer entwickelt, sogar viele in Ostdeutschland. Der benachbarte Main-Tauber-Kreis etwa liegt auf einem vergleichsweise sehr guten 123. Platz. Im Neckar-Odenwald-Kreis werden in den Kategorien Lebensqualität und Arbeitsmarkt hintere Plätze erreicht. Die Versorgung mit Arbeitsplätzen konnte mit der bundesweiten Entwicklung ebenso wenig mithalten wie die Kategorie Schulabgänger ohne Abitur und Akademikerquote. Immerhin gab es Fortschritte bei der Wirtschaftsstruktur mit dem Mittelfeldplatz 218.
Landkreis Bergstraße: Auch hier ist kaum Dynamik in der wirtschaftlichen Entwicklung zu erkennen. Platz 394 ist nur acht Plätze von der roten Laterne entfernt. Dazu beigetragen haben vor allem die schlechten Dynamikwerte bei den Kategorien Arbeitsmarkt und Wirtschaftsstruktur. Schlechtester Einzelwert war die Arbeitsplatzversorgung. Es gibt zu wenige sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für die Zahl der Erwerbsfähigen. Da hat auch der vergleichsweise gute 119. Rang in der Kategorie Lebensqualität wenig retten können.
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